von Birgit Schürmann

Bewerbungsgespräch: Wie Sie sich mit Storytelling ins rechte Licht rücken

Bei einem Vorstellungsgespräch möchte der Personaler den Menschen kennen lernen, der vor ihm sitzt. Leider stellt er häufig stereotype Fragen und erhält darauf auch dementsprechende Antworten. Antworten, die nur Lebensstationen wiedergeben und nichts über den Menschen aussagen.

Viele Menschen sind in einem Job-Interview gehemmt und wissen nicht, wie sie Ihre Kompetenzen oder Erfahrungen unterhaltsam an den Mann oder die Frau bringen.

Sicher kann ich meine Stärken bei der Selbsteinschätzung aufzählen und eine Stärke nach der anderen nennen: „Ich bin teamfähig, flexibel, innovativ, ich kann das und das, die und die Methode“. Oder ich kann kurze Beispiele und Anekdoten erzählen, die meine Einschätzung belegen. Wann war ich innovativ, in welchem Moment habe ich besondere Flexibilität bewiesen oder wie habe ich den schwierigen Kunden XY zurück gewonnen?

Mit der Gesprächsmethode Storytelling behaupte ich meine Stärken, Fähigkeiten und Erfahrungen nicht nur, sondern beweise sie!

Dazu kommt: Meine Beweis-Geschichten lösen Bilder aus. Und diese Bilder bleiben in den Köpfen der Interviewer oder Vorgesetzten hängen. Vielleicht weiß der Personaler am Ende des Tages nicht mehr meinen Namen, aber er weiß noch: Das ist die, die Kunde XY zurück gewonnen hat!

 

Christopher, wie siehst Du das? 

Christopher Funk, Headhunter und Geschäftsführer der Personalberatung Xenagos:

Das sehe ich genauso. Geschichten im Kopf sind extrem wichtig. Du musst Deine Behauptungen: „ich bin teamfähig, besonders leistungsfähig oder belastbar“ auch belegen können. Belegen kannst Du am besten über Geschichten: „Da und da war es besonders stressig, alle sind in Panik geraten, aber ich bin ruhig geblieben und habe die Situation gerettet!“.

Im Vertrieb nennt man das Zeugenumlastung. Mit Zeugen den Kunden überzeugen - denn ein Zeuge, eine Referenz oder eine Geschichte ist viel stärker!

Sage ich beispielsweise: „Unser Produkt ist das allertollste und wir sind die Größten!“ denkt mein Kunde: „Na ja, das kann jeder sagen...“. Bringt man aber Zeugen und Geschichten: „Wir haben den Kunden XY dabei geholfen, eine schwierige Lieferantensituation zu meistern, weil wir schneller oder zuverlässiger waren“, bleibt das hängen und wirkt glaubwürdiger. Das muss man sich vorher zurecht legen.

 

Eine gute Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräche ist die halbe Miete! Wie bereite ich mich optimal vor?

Du kennst die Anforderungen an die Stelle aus der Stellenausschreibung und zusätzlichen Recherchen. Das Unternehmen sucht eine Lösung für sein Problem: Sie wollen jemanden haben, der neue Kunden gewinnt, der Projekte managt oder die Buchhaltung übernimmt. Jetzt musst Du Deinen Lebenslauf und Deinen Leistungskatalog durchsuchen - welche Punkte von mir zahlen auf diese Anforderungen ein.

Wird jemand gesucht, der Neukunden sucht, dann suche Dir 2-3 Anekdoten heraus, wie Du Neukunden akquiriert hast. Wenn jemand gesucht wird, der komplexe Projekte organisiert, dann musst Du Deine Projektmanagementskills herausholen und Dir dazu Geschichten überlegen.

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