von Birgit Schürmann
Glaubenssätze: Wenn uns unsere Gedanken im Weg stehen
Wie wir uns unsere Realität basteln
Glaubenssätze sind die Brille, durch die wir die Welt sehen. Sie entstehen aus Erfahrungen, Erziehung und unserem Umfeld. Wir brauchen sie zur Orientierung, doch sie sind rein subjektiv. Das Problem: Diese „inneren Wahrheiten“ steuern Ihr Handeln. Wenn Sie glauben, nicht gut genug zu sein, wird Ihr Gehirn alles tun, um genau diese Annahme zu bestätigen.
5 Klassiker, die Sie beim Reden blockieren
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„Ich bin nicht gut genug.“ Dieser Satz sorgt für körperliche Blockaden und schneidet Sie von Ihrer eigentlichen Kompetenz ab.
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„Ich werde mich blamieren.“ Wer Angst vor Fehlern hat, kann nicht selbstbewusst auftreten und wirkt steif. Kleine Patzer, die man charmant überspielen könnte, werden so zur persönlichen Katastrophe aufgeblasen.
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„Ich kann nicht gut genug sprechen.“ Eine selbsterfüllende Prophezeiung: Wer an der eigenen Eloquenz zweifelt, verliert an Sicherheit und fängt tatsächlich an zu stocken.
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„Niemand wird sich dafür interessieren, was ich zu sagen habe“ Die Folge: Sie werden leiser, schneller und „verhuschter“. Sie vermitteln den Eindruck, Ihre Inhalte seien irrelevant – und das Publikum schaltet ab.
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„Alle werden mich bewerten.“ Ja, das Publikum schaut hin und beurteilt. Die Zuschauenden machen sich Gedanken über uns. Aber sie wollen keinen perfekten Roboter sehen. Sie suchen den Menschen und spüren nach, ob sich unser Auftritt sowie unsere Inhalte glaubwürdig anfühlen.
Mein Tipp: Holen Sie sich so oft wie möglich ein Feedback von außen ein. Fragen Sie sich nach jedem Auftritt: Was lief gut? Was ändere ich beim nächsten Mal? Gewöhnen Sie sich an, Ihren Auftritt neutral zu beurteilen, statt sich selbst zu verurteilen.
So werden Sie hinderliche Glaubenssätze los
Glaubenssätze sind hartnäckig, aber nicht in Stein gemeißelt. Hier sind 7 Strategien aus meiner Praxis:
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Gute Vorbereitung und viel Übung: Je sicherer Sie im Thema sind, desto weniger Raum bleibt für Zweifel. Übung macht Sie sattelfest.
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Fokus auf Ihr Können: Was klappt immer? Ihr trockener Humor? Ihre Gelassenheit? Ist Ihre PowerPoint ein Knaller? Besinnen Sie sich auf Ihre Stärken.
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Glaubenssätze finden und identifizieren: Angenommen, Sie halten in Kürze einen Vortrag. Was denken Sie jetzt über sich und die Welt? Wovon sind Sie überzeugt? Glaubenssätze beginnen mit: Ich bin…., ich kann…., die Welt ist XY... Wie würden Ihre Glaubenssätze lauten? Versuchen Sie zu erkennen, welche Gedanken, welche Überzeugungen Sie daran hindern, selbstbewusst und frei aufzutreten.
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Glaubenssätze hinterfragen: Ist dieser Gedanke wirklich wahr? Können Sie hieb- und stichfeste Beweise dafür finden? Fußt er möglicherweise nur auf subjektiven Beurteilungen? Meist wackelt das Konstrukt bei genauer Prüfung.
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Neue Glaubenssätze bilden: Gibt es eventuell andere Perspektiven, die Ihnen helfen, angstfrei aufzutreten? Ersetzen Sie alte Muster durch positive Perspektiven. Schreiben Sie diese auf und platzieren Sie sie gut sichtbar.
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Visualisieren: Stellen Sie sich den Erfolg vor. Gehen Sie im Geist durch, wie Sie selbstbewusst präsentieren und das Publikum positiv reagiert. Stellen Sie sich vor, wie Sie nach Ihrem Vortrag beglückt Ihre Sachen zusammen packen.
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Unterstützung suchen: Manche Muster sitzen tief. Ein Coach kann helfen, hartnäckige Knoten zu lösen. Viele Glaubenssätze tragen wir unser Leben lang mit uns herum. Überfordern Sie sich nicht und lassen Sie sich Zeit. Einen Marathon gewinnen Sie auch nicht nach einer Woche Training.
Mein Fazit: Sie sind nicht Ihre Gedanken. Sie entscheiden, welchen davon Sie Glauben schenken.
Vielen Dank an pixaby und petahmayer für das schöne Foto
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