7 Anfänge, die Ihnen sofort die Aufmerksamkeit Ihres Publikums sichern

von Birgit Schürmann

7 Anfänge einer Präsentation, die Ihnen sofort die Aufmerksamkeit Ihres Publikums sichern

Wie beginnt ein Boxkampf? Der Boxer zieht mit seinem Song in die Arena ein. Der Song dröhnt durch die Halle. Es ist dunkel und der Spot ist nur auf ihn gerichtet. Er zieht ein, als wäre er der ultimative Weltmeister: Bodyguards bahnen seinen Weg durch die Menge. Mitarbeiter strecken seinen erworbenen Gürtel in die Höhe. Und er schreitet oder tänzelt mit hochkonzentrierter Miene hinter ihnen her. Die Stimmung im Publikum beginnt zu kochen. Was für ein Auftritt!

Wie beginnt ein James Bond? Gleich in den ersten Minuten gibt´s eine rasante Verfolgungsjagd. Ein Hubschrauber trudelt über einer entsetzten Menschenmenge. Atemberaubende Bilder, schnelle Schnitte unterlegt mit fetziger Musik und ein cooler James Bond im enggeschnittenen Anzug.

Was ist dagegen ein: „Herzlich Willkommen, meine Damen und Herren, ich freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind. Heute spreche ich über unser erweitertes Produktsegment. Wenn ich mich kurz vorstellen darf...“.

 

Emotionen gewinnen Aufmerksamkeit

Viele von uns wissen, wie man eine Präsentation oder einen Vortrag beginnt. Wissen Sie auch, wie Sie sofort die volle Aufmerksamkeit bekommen? Wie Sie zu Beginn Ihrer Präsentation Ihr Publikum emotional bewegen, dass es gar nicht anders kann, als zuzuhören? Wenn uns etwas nicht bewegt, kommt es bei uns nicht an. Nur, was uns emotional berührt, bekommt unsere Aufmerksamkeit.

 

Das wird ja nie was

Leider erlebe ich häufig, dass die ersten Minuten einer Präsentation verschenkt werden. Vortragende ließen mich zu Beginn bei vielen Techniktests zugegen sein. Ich habe Redner erlebt, die während ihrer ersten Sätze den Boden interessanter fanden, als die Gesichter der Zuschauer. Oder deren erste Worte so mit Floskeln gespickt waren, dass ich dachte: Das wird ja nie was!

Verschenken Sie nicht die ersten Minuten Ihrer Präsentation.

Denn: Fesseln Sie Ihre Zuschauer nicht gleich von Anfang an, haben Sie es später sehr schwer, ihre volle Aufmerksamkeit zu gewinnen. 

 

7 Einstiege in Ihre Präsentation

Es gibt viele, viele Möglichkeiten, eine Präsentation oder einen Vortrag zu beginnen. Heute stelle ich Ihnen eine Auswahl von 7 Anfängen vor, die einfach und wirkungsvoll sind.

Lassen Sie sich inspirieren und entwickeln Sie daraus Ihren eigenen Anfang. Haben Sie den Mut, ungewöhnlich zu starten - unser Publikum liebt es, wenn es von uns überrascht wird!

 

1. Der Anfang, der beginnt, wenn´s spannend wird

Einerseits ist es immer eine gute Idee, in eine Präsentation mit einer Geschichte einzusteigen - andererseits lässt eine langatmige Einleitung in Ihre Geschichte die Zuschauer wieder aussteigen. Beginnen Sie mit Ihrer Story genau da, wo es spannend wird. 

Machen Sie es wie James Bond: Jagen Sie gleich zu Anfang des Vortrags den Bösewicht. Dem Zuschauer muss nicht jedes Detail zu Ohren kommen. Erfahren wir etwas über das Bondgirl, dass den maskierten Bond vorher aufs Hotelzimmer gezogen hat? Nein! Und warum der Bösewicht jetzt sein Leben lassen soll, erklärt uns auch niemand. Das sollen wir uns bitteschön selber denken.

Und: Natürlich können Sie in Ihren Vortrag einsteigen mit: "Ich freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind..." und dann mit einer Inhaltsangabe Ihre nun folgenden Präsentation vorstellen. Falsch ist es nicht - aber aufregend geht anders.

 

2. Der Anfang, der den Flurfunk verrät

Kennen Sie das Publikum Ihrer Präsentation gut? Dann kennen Sie bestimmt auch den Flurfunk. Mit Sicherheit haben Sie Sätze auf Lager, die Sie schon tausend Mal von Ihren Kollegen, Mitarbeitern oder Kunden gehört haben. Und Sie wissen auch genau, was diese denken.

Super, dann gleich zu Beginn raus damit. Je besser Sie den O-Ton treffen, desto elektrisierender ist seine Wirkung.

 

3. Der Anfang, der verbindet

Wenn Sie Ihre Zuschauer gut kennen, dann wissen Sie bestimmt auch, welches Problem sie haben. Sicherlich gibt es dann auch ein gemeinsames Problem. Etwas, dass sie alle verbindet. Vielleicht weil sie alle auf etwas warten. Oder alle etwas wissen wollen. Sich alle vor etwas fürchten. Greifen Sie zu Beginn Ihres Vortrags auf, worüber alle meckern. Auch wenn es das schlechte Essen in der Kantine ist!

 

4. Der Anfang, der von der schönsten Seite zeigt

Sind Sie ein Technikfan und wollen Sie ein Produkt vorstellen? Dann ist eine Slideshow zu Beginn Ihrer Präsentation das Richtige für Sie! Hier können Sie Ihr Produkt von seiner schönsten Seite zeigen. Ich habe mal einen Vortrag über die Erderwärmung gesehen. Der Anfang des Vortrags bestand aus einer Slideshow, die kalbende (und krachende) Eisberge zeigte. Das war sehr eindrucksvoll.

 

5. Der Anfang, den man anfassen kann

Requisiten eignen sich bestens für die Rolle des Co-Redners auf der Bühne. Wenn Sie ein Produkt präsentieren und es die Größe zulässt: Bringen Sie Ihr Produkt mit! Stellen Sie zu Beginn Ihrer Präsentation seine Funktionen vor und drücken Sie es den Zuschauern in die Hand.

Haben Sie eine Idee für ein Requisit, dass zum Vortragsthema passt?

Es muss nicht immer eins zu eins sein: Wenn Sie beispielsweise über Herzinsuffizienz reden, müssen kein Herz in der Hand halten. Manchmal ist es charmanter, wenn Sie das Thema, über das Sie sprechen werden, von einem Requisit ableiten. Oder wenn Sie Ihr Requisit sinnbildlich für etwas stehen lassen, beispielsweise eine alte Konservendose für eine angestaubte Beziehung.

 

6. Der Anfang, der zitiert

Es gibt Dinge, die sind in ihrer Wirkung einfach unschlagbar. Weil sie eine Situationskomik haben, die man schwer erklären kann - so ist es auch mit der wörtlichen Rede.

Haben Sie zu Ihrem Vortragsthema eine typischen Szene im Kopf? Vielleicht einen Dialog zwischen einem Mitarbeiter und einem Kunden? Können Sie den am Anfang Ihres Vortrags zitieren, oder besser noch: Spielen? Dafür müssen Sie kein Schauspieler sein! Er reicht, wenn sie die zwei Personen ganz normal sprechen lassen.

So, wie Sie den Dialog gehört und die Szene erlebt haben.

 

7. Der Anfang, der schnell ins Blut geht

Eine Behauptung zu Beginn Ihrer Präsentation kann schlagartig die Gemüter erhitzen. Vor allem, wenn keiner mit Ihrem Statement rechnet, es niemand erwartet und Ihr Statement provoziert.

Stellen Sie sich vor, Sie würden gleich am Anfang Ihres Vortrages Lemmy Kilmister zitieren: “8 von 10 Männern sind Idioten!“.

Was wäre dann bei Ihnen los?

 

Praxistipp 1: Verschenken Sie den Anfang Ihres Vortrags nicht!

Sprechen Sie nicht bereits auf der Treppe, sondern nehmen Sie sich für Ihren Anfang Zeit. Stellen Sie sich ruhig und aufrecht hin. Schauen Sie in Ruhe Ihre Zuschauer an. Atmen Sie noch einmal tief durch - damit meine ich keinen Stoßseufzer zum Himmel. Sondern kommen Sie mit Ihrem Atem im hier und jetzt an. Erst dann geht's mit Ihrer Präsentation los.

 

Praxistipp 2: Machen Sie was aus allem was!

Auch wenn Sie das Pech haben, dass Sie vor Beginn Ihrer Präsentation die Ansage machen müssen, dass ein falsch geparkter Wagen abgeschleppt wird. Es ist der erste Satz, den Ihr Publikum von Ihnen hört. Ihr Publikum urteilt schneller, als Sie denken - nach diesem ersten Satz hat es sein Urteil über Sie parat. Daher: Lassen Sie sich auch in solchen Momenten etwas einfallen.

 

Praxistipp 3: Wecken Sie Emotionen!

Wenn uns etwas emotional berührt, erreicht es unsere Aufmerksamkeit. Hat der Anfang Ihrer Präsentation das Zeug dazu, Emotion zu schüren? Achten Sie auf die Körpersprache Ihres Publikums: Wenn es ganz ruhig da sitzt, Sie konzentriert anschaut und sich dabei keinen Millimeter bewegt, dann wissen Sie, Sie haben es geschafft!

 

1 Kommentare

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Kommentar von Aleksej Wegel |

Gute Vergleiche mit dem Boxkampf und James Bond! :)

Antwort von Birgit Schürmann

Vielen Dank für Ihr Feedback :)))